
Wer kennt und kauft sie nicht:
die Garten- und Blumenerden aus dem Baumarkt oder Gartencenter. Sei es nun Qualitätserde bekannter Marken oder sogenannte Billigprodukte für Zimmerpflanzen, Blumen und Gemüse im Garten oder den Rasen.
Doch die wenigsten unter uns wissen, was sich hinter der harmlosen Bezeichnung „Erde“ verbirgt: Die meisten bestehen überwiegend aus Torf – Torf aus dem die Moore sind.
Was ist Torf und wo kommt er her?
Torf entsteht aus Sphagnum, einem an den Lebensraum Wasser speziell angepaßtes Moos. Die unter Wasser befindlichen Teile sterben langsam ab, werden zu Torf und, in langen Zeiträumen, erst zu Braunkohle später dann zu Steinkohle. Torf wächst um etwa 1 Millimeter pro Jahr, es dauert also 1.000 Jahre bis 1 Meter Torf entstanden ist.
Heute wird in Deutschland vorwiegend nur noch in norddeutschen Mooren auf einer Fläche von 4000 km2 Torf abgebaut. 12 Millionen Kubikmeter werden in Deutschland jährlich verbraucht, ca.2 Millionen davon werden im Hobbybereich verwendet.
Allein in Niedersachsen liegen über 90% aller deutschen Torfreserven. Werden die Moore im derzeitigem Tempo weiter abgebaut, sind die in Deutschland zum Abbau genehmigten Torfvorräte in spätestens 15 Jahren erschöpft.
Doch das ist für die deutsche Torfindustrie kein Problem: Sie wurde im Baltikum fündig. Zwei Drittel aller Torf – Importe kommen inzwischen aus Estland, Lettland und Litauen. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Niedrige Arbeitslöhne und vielfach wirkungslose oder nicht vorhandene Naturschutzvorschriften machen den Torfabbau im Osten zum lukrativen Geschäft.
Für den Abbau sprechen ausschließlich wirtschaftliche Argumente!
Artensterben durch den Torfabbau
Durch das Abfräsen der Torfflächen mit riesigen modernen Maschinen wird die artenarme, aber auf absolute Nährstoffarmut und niedrigen ph-Wert hochspezialisierte Tier- und Pflanzenwelt unwiederbringlich zerstört.
Seltene Pflanzen wie der Sonnentau,das Woll- gras oder die verschiedensten Orchideen verlieren ihren Lebensraum, auch der Fieberklee, das Sumpfveilchen und die Moltebeere können nur im Moor wachsen wie auch die Mehlprimel und die Sumpfgladiole.
Vom Aussterben bedrohte Tierarten wie die Sumpfohreule, das Birkhuhn, die Smaragdlibelle oder der Hochmoorgelbling büßen ihre letzten Rückzugsgebiete ein. Der große Brachvogel findet keinen Lebensraum mehr wie auch die Hochmoor-Mosaikjungfer, der Ziegenmelker und die Bekassine.
Klimaschutz durch Moorschutz
Moore binden mehr Kohlenstoff als die tropischen Regenwälder. Der Kohlenstoffgehalt in deutschen Mooren beträgt 1.200 Mio t, der Anteil Bayerns davon beträgt mindestens 185 Mio t. Durch Trockenlegung und Abbau wird dieser letztlich in die Atmosphäre als Kohlendioxid freigesetzt und erhöht dadurch den Treibhauseffekt.
Bei vollständiger Mineralisation zu CO² verursacht dies eine Emission von 4.400 Mio. t CO² - nur für Bayern 675 Mio. t. Aus dem Kohlenstoffspeicher Moor wurde eine Kohlenstoffquelle.
Wissenschaftliche Messergebnisse in Deutschland ergaben, dass ein Hektar intaktes Hochmoor jährlich 1.236 kg CO² bindet während Grünland auf einem entwässerten Hochmoor in der gleichen Zeit 14.483 kg CO² freisetzt, und bei Ackerbau auf einem solchen Moor, steigt dieser Wert auf 16.133 kg CO². Ein natürliches Niedermoor bindet jährlich 1.687 kg CO² je Hektar, Grünland auf einem solchen Moor setzt 16.867 kg CO² frei, und bei Ackerbau entstehen 41.067kg CO².
Wären die 200.000 ha degradierten Hoch- und Niedermoore in Bayern renaturierbar, käme es zu einer Klimaentlastung von 5.25 Mio. t CO². Für alle Moore in Deutschland beliefe sich dieser Wert auf 35.Mio t pro Jahr. Zum Vergleich: Bayern plant eine Reduzierung des CO² Ausstoßes bis 2010 von 83,3 Mio t auf 80 Mio t.
Hochwasserschutz durch Moorschutz
Moore üben wichtige Funktionen in Landschaft und Ökologie aus. Sie speichern extreme Mengen an Wasser und wirken sich deshalb positiv ausgleichend auf das örtliche Klima aus. Ihre Wasserspeicherfähigkeit bewirkt, dass die Hochwassergefahr durch die Senkung der Abflussbeschleunigung wesentlich verringert wird, denn zunächst saugt sich das Moor vollständig mit dem Hochwasser vol, und gibt es dann erst verzögert langsam wieder ab.
Warum, und wo wird Torf verwendet ? Die wichtigsten positiven Eigenschaften des Torfes sind seine hohe Wasserspeicherfähigkeit, die völlige Unkrautfreiheit und das geringe Gewicht. Sein hohes Luftporenvolumen förderte die Verwendung im Garten als Mittel zur langfristigen Bodenlockerung. Dies ist jedoch ein Trugschluß, weil Torf im Boden in wenigern Jahren nahezu völlig abgebaut (mineralisiert) wird. Auf welchen Gebieten wird Torf verwendet?Als Kultursubstrat im Erwerbsgartenbau (alle Pflanzen aus den Gemüse- und Zierpflanzengärtnereien stehen in Torf oder Torfkultursubstraten)
· Als Bodenverbesserungsmaterial im Garten- und Landschaftsbau ( für einen Sportplatz werden ca. 100 Kubikmeter Torf verarbeitet, für Golfplätze zwischen 400 bis 600 Kubikmeter)
· Im Hobbybereich in Haus und Kleingarten werden ca. 2 Millionen Kubikmeter pro Jahr verwendet
· In der Industrie zur Weiterverarbeitung zu Aktivkohle
· Medizinische Zwecke (Moorbäder)
Was kann ich zunächst selbst tun ?
Ich kompostiere selbst und verwende meinen Kompost für alle Zwecke in Haus und Garten: Die Kompostfibel zeigt wie einfach das geht. Und viele Städte, Gemeinden und Landkreise fördern die Kompostierung sogar durch Zuschüsse.
Und was mache ich mit Rhododendren und Azaleen?
Zunächst: alle Azaleen und Rododendrenarten wachsen nicht im Moor - also auch nicht in Torf - sondern in Rohhumusauflagen die sich auf sauren Gesteinen bilden. Einzige Ausnahme ist die in den Alpen beheimatete Alpenrose, sie verträgt kalkhaltige Böden.
Ein Kompost aus Eichen- und Walnusslaub oder aus Fichten- und Kiefernnadeln ergibt einen herrlich sauren Kompost, der für alle Moorbeetpflanzen bestens geeignet ist.
Und wenn ich nicht selbst kompostieren kann oder will ?
Wenn ich keinen eigenen Kompost herstellen kann oder mag, kaufe ich ihn. Es gibt sicherlich
auch in Ihrer Nähe ein Kompostwerk (allein in Bayern sind es etwa 150 Firmen). Alternativ zu Kompost lässt sich auch Rindenkompost oder verschiedene torffreie Blumenerden verwenden.
Beim Kauf dieser Blumenerde dürfen Sie sich jedoch nicht durch die Wortendung “.......erde“ wie z.B. “Qualitäts-Blumenerde“ auf der Vorderseite der Säcke täuschen lassen, sondern Sie müssen auf die Zusammensetzung der Erde achten. Diese ist immer – leider meist ziemlich klein gedruckt – auf der Rückseite der Verpackung angegeben, und gibt Auskunft darüber ob ich eine torffreie Erde vor mir habe oder eben eine mit entsprechend viel Torf.
Fragen Sie in Baumärkten, Gartencentern und Gärtnereien gezielt nach Erden ohne Torf.
Denn stetige Nachfrage wird die Händler veranlassen,
mehr torffreie Produkte anzubieten.
Wo in der Umgebung finde ich torffreie Produkte ?
Reiner Torf hat keine Düngewirkung, hat einen sehr, sehr niedrigen pH-Wert (3.0 – 3,5) und wird deshalb in den Erdenwerken bei der Herstellung der verschiedensten Blumenerden künstlich mit Kalk und Dünger versetzt.
Die meisten käuflichen Garten- und Blumenerden bestehen zu 90 % aus Torf.
Doch Hände weg ! Verzichten Sie auf Torf !
Es gibt für Sie als Hobbygärtner Alternativen. Ihre Zimmerpflanzen, Balkonkästen und Kübelpflanzen wachsen auch in Kompost (3-jährigem). Und für Ihren Garten ist Kompost (auch schon 1-jähriger) wegen seines hohen Gehaltes an Dünger und organischer Substanz wesentlich wertvoller als Torf.
1. Kompost
In den ausliegenden Listen des Fachverbandes Bayerischer Komposthersteller e.V. (http://www.fbk-ev.de) und Bundesgütegemeinschaft Kompost (http://www.kompost.de) finden Sie auch ein Kompostwerk mit RAL-Gütesicherung in Ihrer Nähe. Und es gibt noch viele Kompostwerke, die nicht in den beiden Verbänden organisiert sind. Fragen Sie auch bei Gartenzentren, Baumärkten und Gärtnereien nach Kompost. Der von diesen Kompostwerken hergestellte Torf muß laut Gütesiegel frei von Unkrautsamen und Unkraut sein.
2. Rindenkompost
Gibt es zwischenzeitlich bei fast allen Baumärkten, Gartenzentren und Gärtnereien. Er kann wie
Torf zur Verbesserung und Lockerung von Erden verwendet werden.
Rindenkompost jedoch bitte nicht mit Rindenmulch verwechseln, denn der wird ausschließlich
zur Abdeckung von Pflanzflächen verwendet.
3. Garten- und Blumenerden
Firma Patzer brachte die „frux Öko-Blumenerde“ auf den Markt. Die Fa. NEUDORF produziert sechs verschiedene Erden für die unterschiedlichsten Zwecke unter dem Namen “NEUDOHUM“. Fa.Obi vertreibt unter dem Namen “Biotop“ ebenfalls eine torffreie Blumenerde
Diese Liste ist hoffentlich nicht vollständig. Vielleicht finden Sie als aufmerksamer und naturbewusster Bürger weitere torffreie Produkte.
Teilen Sie uns Ihre Entdeckung mit !!!!!!!
Stellen Sie in Ihrer Gemeinde einen Antrag, daß kein Torf oder torfhaltige Blumenerden mehr verwendet werden sollen. Ein formulierter Antrag steht Ihnen zur Verfügung und kann runter geladen werden. Für weitere fachliche Auskünfte und Informationen wenden Sie sich bitte an Eckhard Schulz.


Wer kennt und kauft sie nicht:
die Garten- und Blumenerden aus dem Baumarkt oder Gartencenter. Sei es nun Qualitätserde bekannter Marken oder sogenannte Billigprodukte für Zimmerpflanzen, Blumen und Gemüse im Garten oder den Rasen.
Doch die wenigsten unter uns wissen, was sich hinter der harmlosen Bezeichnung „Erde“ verbirgt: Die meisten bestehen überwiegend aus Torf – Torf aus dem die Moore sind.
Was ist Torf und wo kommt er her?
Torf entsteht aus Sphagnum, einem an den Lebensraum Wasser speziell angepaßtes Moos. Die unter Wasser befindlichen Teile sterben langsam ab, werden zu Torf und, in langen Zeiträumen, erst zu Braunkohle später dann zu Steinkohle. Torf wächst um etwa 1 Millimeter pro Jahr, es dauert also 1.000 Jahre bis 1 Meter Torf entstanden ist.
Heute wird in Deutschland vorwiegend nur noch in norddeutschen Mooren auf einer Fläche von 4000 km2 Torf abgebaut. 12 Millionen Kubikmeter werden in Deutschland jährlich verbraucht, ca.2 Millionen davon werden im Hobbybereich verwendet.
Allein in Niedersachsen liegen über 90% aller deutschen Torfreserven. Werden die Moore im derzeitigem Tempo weiter abgebaut, sind die in Deutschland zum Abbau genehmigten Torfvorräte in spätestens 15 Jahren erschöpft.
Doch das ist für die deutsche Torfindustrie kein Problem: Sie wurde im Baltikum fündig. Zwei Drittel aller Torf – Importe kommen inzwischen aus Estland, Lettland und Litauen. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Niedrige Arbeitslöhne und vielfach wirkungslose oder nicht vorhandene Naturschutzvorschriften machen den Torfabbau im Osten zum lukrativen Geschäft.
Für den Abbau sprechen ausschließlich wirtschaftliche Argumente!
Artensterben durch den Torfabbau
Durch das Abfräsen der Torfflächen mit riesigen modernen Maschinen wird die artenarme, aber auf absolute Nährstoffarmut und niedrigen ph-Wert hochspezialisierte Tier- und Pflanzenwelt unwiederbringlich zerstört.
Seltene Pflanzen wie der Sonnentau,das Woll- gras oder die verschiedensten Orchideen verlieren ihren Lebensraum, auch der Fieberklee, das Sumpfveilchen und die Moltebeere können nur im Moor wachsen wie auch die Mehlprimel und die Sumpfgladiole.
Vom Aussterben bedrohte Tierarten wie die Sumpfohreule, das Birkhuhn, die Smaragdlibelle oder der Hochmoorgelbling büßen ihre letzten Rückzugsgebiete ein. Der große Brachvogel findet keinen Lebensraum mehr wie auch die Hochmoor-Mosaikjungfer, der Ziegenmelker und die Bekassine.
Klimaschutz durch Moorschutz
Moore binden mehr Kohlenstoff als die tropischen Regenwälder. Der Kohlenstoffgehalt in deutschen Mooren beträgt 1.200 Mio t, der Anteil Bayerns davon beträgt mindestens 185 Mio t. Durch Trockenlegung und Abbau wird dieser letztlich in die Atmosphäre als Kohlendioxid freigesetzt und erhöht dadurch den Treibhauseffekt.
Bei vollständiger Mineralisation zu CO² verursacht dies eine Emission von 4.400 Mio. t CO² - nur für Bayern 675 Mio. t. Aus dem Kohlenstoffspeicher Moor wurde eine Kohlenstoffquelle.
Wissenschaftliche Messergebnisse in Deutschland ergaben, dass ein Hektar intaktes Hochmoor jährlich 1.236 kg CO² bindet während Grünland auf einem entwässerten Hochmoor in der gleichen Zeit 14.483 kg CO² freisetzt, und bei Ackerbau auf einem solchen Moor, steigt dieser Wert auf 16.133 kg CO². Ein natürliches Niedermoor bindet jährlich 1.687 kg CO² je Hektar, Grünland auf einem solchen Moor setzt 16.867 kg CO² frei, und bei Ackerbau entstehen 41.067kg CO².
Wären die 200.000 ha degradierten Hoch- und Niedermoore in Bayern renaturierbar, käme es zu einer Klimaentlastung von 5.25 Mio. t CO². Für alle Moore in Deutschland beliefe sich dieser Wert auf 35.Mio t pro Jahr. Zum Vergleich: Bayern plant eine Reduzierung des CO² Ausstoßes bis 2010 von 83,3 Mio t auf 80 Mio t.
Hochwasserschutz durch Moorschutz
Moore üben wichtige Funktionen in Landschaft und Ökologie aus. Sie speichern extreme Mengen an Wasser und wirken sich deshalb positiv ausgleichend auf das örtliche Klima aus. Ihre Wasserspeicherfähigkeit bewirkt, dass die Hochwassergefahr durch die Senkung der Abflussbeschleunigung wesentlich verringert wird, denn zunächst saugt sich das Moor vollständig mit dem Hochwasser vol, und gibt es dann erst verzögert langsam wieder ab.
Warum, und wo wird Torf verwendet ? Die wichtigsten positiven Eigenschaften des Torfes sind seine hohe Wasserspeicherfähigkeit, die völlige Unkrautfreiheit und das geringe Gewicht. Sein hohes Luftporenvolumen förderte die Verwendung im Garten als Mittel zur langfristigen Bodenlockerung. Dies ist jedoch ein Trugschluß, weil Torf im Boden in wenigern Jahren nahezu völlig abgebaut (mineralisiert) wird. Auf welchen Gebieten wird Torf verwendet?Als Kultursubstrat im Erwerbsgartenbau (alle Pflanzen aus den Gemüse- und Zierpflanzengärtnereien stehen in Torf oder Torfkultursubstraten)
· Als Bodenverbesserungsmaterial im Garten- und Landschaftsbau ( für einen Sportplatz werden ca. 100 Kubikmeter Torf verarbeitet, für Golfplätze zwischen 400 bis 600 Kubikmeter)
· Im Hobbybereich in Haus und Kleingarten werden ca. 2 Millionen Kubikmeter pro Jahr verwendet
· In der Industrie zur Weiterverarbeitung zu Aktivkohle
· Medizinische Zwecke (Moorbäder)
Was kann ich zunächst selbst tun ?
Ich kompostiere selbst und verwende meinen Kompost für alle Zwecke in Haus und Garten: Die Kompostfibel zeigt wie einfach das geht. Und viele Städte, Gemeinden und Landkreise fördern die Kompostierung sogar durch Zuschüsse.
Und was mache ich mit Rhododendren und Azaleen?
Zunächst: alle Azaleen und Rododendrenarten wachsen nicht im Moor - also auch nicht in Torf - sondern in Rohhumusauflagen die sich auf sauren Gesteinen bilden. Einzige Ausnahme ist die in den Alpen beheimatete Alpenrose, sie verträgt kalkhaltige Böden.
Ein Kompost aus Eichen- und Walnusslaub oder aus Fichten- und Kiefernnadeln ergibt einen herrlich sauren Kompost, der für alle Moorbeetpflanzen bestens geeignet ist.
Und wenn ich nicht selbst kompostieren kann oder will ?
Wenn ich keinen eigenen Kompost herstellen kann oder mag, kaufe ich ihn. Es gibt sicherlich
auch in Ihrer Nähe ein Kompostwerk (allein in Bayern sind es etwa 150 Firmen). Alternativ zu Kompost lässt sich auch Rindenkompost oder verschiedene torffreie Blumenerden verwenden.
Beim Kauf dieser Blumenerde dürfen Sie sich jedoch nicht durch die Wortendung “.......erde“ wie z.B. “Qualitäts-Blumenerde“ auf der Vorderseite der Säcke täuschen lassen, sondern Sie müssen auf die Zusammensetzung der Erde achten. Diese ist immer – leider meist ziemlich klein gedruckt – auf der Rückseite der Verpackung angegeben, und gibt Auskunft darüber ob ich eine torffreie Erde vor mir habe oder eben eine mit entsprechend viel Torf.
Fragen Sie in Baumärkten, Gartencentern und Gärtnereien gezielt nach Erden ohne Torf.
Denn stetige Nachfrage wird die Händler veranlassen,
mehr torffreie Produkte anzubieten.
Wo in der Umgebung finde ich torffreie Produkte ?
Reiner Torf hat keine Düngewirkung, hat einen sehr, sehr niedrigen pH-Wert (3.0 – 3,5) und wird deshalb in den Erdenwerken bei der Herstellung der verschiedensten Blumenerden künstlich mit Kalk und Dünger versetzt.
Die meisten käuflichen Garten- und Blumenerden bestehen zu 90 % aus Torf.
Doch Hände weg ! Verzichten Sie auf Torf !
Es gibt für Sie als Hobbygärtner Alternativen. Ihre Zimmerpflanzen, Balkonkästen und Kübelpflanzen wachsen auch in Kompost (3-jährigem). Und für Ihren Garten ist Kompost (auch schon 1-jähriger) wegen seines hohen Gehaltes an Dünger und organischer Substanz wesentlich wertvoller als Torf.
1. Kompost
In den ausliegenden Listen des Fachverbandes Bayerischer Komposthersteller e.V. (http://www.fbk-ev.de) und Bundesgütegemeinschaft Kompost (http://www.kompost.de) finden Sie auch ein Kompostwerk mit RAL-Gütesicherung in Ihrer Nähe. Und es gibt noch viele Kompostwerke, die nicht in den beiden Verbänden organisiert sind. Fragen Sie auch bei Gartenzentren, Baumärkten und Gärtnereien nach Kompost. Der von diesen Kompostwerken hergestellte Torf muß laut Gütesiegel frei von Unkrautsamen und Unkraut sein.
2. Rindenkompost
Gibt es zwischenzeitlich bei fast allen Baumärkten, Gartenzentren und Gärtnereien. Er kann wie
Torf zur Verbesserung und Lockerung von Erden verwendet werden.
Rindenkompost jedoch bitte nicht mit Rindenmulch verwechseln, denn der wird ausschließlich
zur Abdeckung von Pflanzflächen verwendet.
3. Garten- und Blumenerden
Firma Patzer brachte die „frux Öko-Blumenerde“ auf den Markt. Die Fa. NEUDORF produziert sechs verschiedene Erden für die unterschiedlichsten Zwecke unter dem Namen “NEUDOHUM“. Fa.Obi vertreibt unter dem Namen “Biotop“ ebenfalls eine torffreie Blumenerde
Diese Liste ist hoffentlich nicht vollständig. Vielleicht finden Sie als aufmerksamer und naturbewusster Bürger weitere torffreie Produkte.
Teilen Sie uns Ihre Entdeckung mit !!!!!!!
Stellen Sie in Ihrer Gemeinde einen Antrag, daß kein Torf oder torfhaltige Blumenerden mehr verwendet werden sollen. Ein formulierter Antrag steht Ihnen zur Verfügung und kann runter geladen werden. Für weitere fachliche Auskünfte und Informationen wenden Sie sich bitte an Eckhard Schulz.
